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Eine der Kulissen, die Feininger für seine Gemälde erfand, war „Die grüne Brücke“ (siehe Bild links, 1909). Dort bildete er eine starke, in den Hintergrund des Bildes weisende Perspektive. Durch die aus der Untersicht gesehene Brücke steigerte er die räumliche Wirkung noch, da er so auch im Vordergrund des Bildes einen Abschluss schuf. Diese Perspektive sollte den Betrachter bewusst irritieren, um den Figuren, die den Bildraum füllten, noch mehr Wirkung zu verleihen. Es waren genau zwanzig Figuren mit unterschiedlichen Identitäten. Auf eine typische Art und Weise, die man in Feiningers Kompositionen immer wieder finden kann, vermitteln sie alle den Eindruck, eine Geschichte erzählen zu wollen. Jedoch stellte er keine konkreten Handlungen dar. Vielmehr ist es ein Kommen und Gehen der Individuen, ohne Hinweis auf Ort und Zeit. Das Bild war Bestendteil seiner ersten bedeutenden Ausstellung von Gemälde.

1916 griff Feininger das Motiv in der „Grünen Brücke II“ (siehe unten) wieder auf. Es handelt von den selben Figuren wie das erste Bild. Der größte Unterschied zwischen den beiden Fassungen liegt in Feiningers Entdeckung des Kubismus. Im 2. Bild wurden die Formen durch gebogene Linien und Schatten gebildet. So wird es komplett von einem rhythmischen Muster durchzogen. Es drückt durch seine Farbe und Formen eine fröhliche Stimmung aus, die bei seinen Bildern in den vorangegangenen Jahren ausgeblieben war.
Lange suchte er in diesen dunklen Zeiten nach der Fröhlichkeit, Bewegung, Farbe und Leichtigkeit; Eigenschaften, die „Die grüne Brücke“ wieder hatte. Damit fand er seinen persönlichen Durchbruch in der Zeit des Krieges. Jedoch hatte das Bild mit der Realität nichts zu tun, es konnte lediglich eine Erinnerung an vergangene Tage sein. Über das Symbol der Brücke sagte Feininger, dass es seit seiner Kindheit eine besondere Bedeutung für ihn gehabt habe. Erst im Krieg wurde ihm die genaue Bedeutung bewusst: Stabilität. Er griff das Motiv nun wieder auf, da er das Gefühl hatte, es neu darstellen zu müssen.